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Ausbildung von Pferd & Reiter
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Mentaltraining Mensch-Pferd Beziehung Kommunikation



Körpersprache: der Schlüssel für erfolgreiche Kommunikation zwischen Pferd und Mensch

Veröffentlicht am 04.01.2018 / Zuletzt aktualisiert am 07.03.2018

„Man kann nicht nicht kommunizieren“- dieses bekannte Zitat stammt vom dem Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick.

In der Tat kommuniziert unser Körper die ganze Zeit. Geübte Beobachter deuten die Signale unseres Körpers und entlarven Diskrepanzen zwischen dem gesprochenen Wort und der Körpersprache. Pferde sind geübte Beobachter und besitzen als Fluchttiere sehr feine Instinkte für minimale Bewegungen, Spannungen oder Geruchsveränderungen. Sie erkennen uns und unsere Stimmungen an Hand unserer Körperausstrahlung, Körperspannung und Authentizität.

 Durch vielfältige Forschungsarbeiten weiß man, dass unsere Gedanken unser Handeln und somit auch unser Verhalten bestimmen. Sichtbar wird dieses anhand der Körperhaltung und -sprache. Positive und erfolgreiche Menschen erkennt man schon von weitem: Aufrechter Gang, Körperspannung, Kopfhaltung gerade mit einem offenen und freundlichen Blick. Negative Gedanken führen zu einer negativen Körperhaltung: Kopf und Schulter sind gesenkt, Blick starr, keine oder wenig Körperspannung und energielos.

Menschen mit einer solchen Ausstrahlung akzeptieren Pferde sicher nicht als vertrauensvolle Führungsperson. Kommen Pferd und Mensch in eine kritische Situation trifft das Pferd häufig seine eigene Entscheidung, nicht immer zum Wohle des Menschen. Deshalb ist es so wichtig, was und welche Gedanken wir uns bei der Arbeit mit dem Pferd machen. Pferde geben gerne die Führposition in „vertrauensvolle“ Hände ab. Gibt der Mensch dem Pferd Sicherheit und Führung, wird das Pferd sich dem Menschen anschließen und gerne mit ihm arbeiten. Mit Hilfe des Mentaltrainings können wir Einfluss auf unsere Gedanken nehmen und damit unsere Körpersprache verändern. Ziel ist es, negative Gedanken auszublenden und den Fokus auf positive Aspekte und eine gelungene Zusammenarbeit mit dem Pferd zu legen.

 Als Einstieg eigen sich die folgenden Übungen: Den Weg zum Pferd bewusst dazu nutzen, emotionale und räumliche Distanz zu dem stressigen oder belastenden Alltag aufzubauen. Dies kann erfolgen durch:

1. Das bewusste Wechseln der Kleidung. Raus aus den Büro-Klamotten/Alltagsklamotten und rein in die Reitklamotten. Die Reithose und Reitjacke direkt mit dem Gedanken an die bevorstehende „Wohlfühl-Freizeit“ verknüpfen.

 2. Im Auto auf dem Hinweg zum Stall sich durch schöne, beruhigende, motivierende Musik in gute Laune versetzen. Jeder von uns kennt und hat Lieder, die ihn an schöne oder erfolgreiche Situationen im Leben erinnern. Denkt man nur mal an die Coca-Cola Werbung. Mit Hilfe der Werbesongs werden Emotionen wie Freiheit, Attraktivität und Lebensfreude transferiert. Stelle dir deinen eigenen „Emotionssong“ her und verknüpfe ihn mit guter, positiver Laune!!

3. Baue immer wieder Entspannungs-und Erholungsphasen für dich während der Arbeit mit dem Pferd ein (dein Pferd wird es dir danken). Dies kann man verstärken, in dem man den entspannten Zustand an Düfte koppelt. Düfte haben einen direkten Zugang zum limbischen System im Gehirn. Das limbische System ist für unsere Gefühle und Stimmungen zuständig. Anders als andere Sinnesreize passiert der Duftreiz nicht den Thalamus -das Tor zum Bewusstsein-, sondern der Duft hat unmittelbaren Einfluss unmittelbar auf unser Gefühlsleben. Dieselben Mechanismen der Duftverarbeitung laufen auch bei den Pferden ab. Mit dem Unterschied, dass Pferde sehr viel besser riechen können als wir. So kann man einen entspannten Zustand des Pferdes an einen Duft koppeln und ihn bei Bedarf (z.B. stressige Hängerfahrt) einsetzen und den entspannten Zustand des Pferdes wieder hervorrufen.

 4. Lassen sich Sorgen und Probleme nicht einfach aus dem Kopf verbannen, dann kann man die „Problembox“ nutzen. Auf einem kleinen Zettel wird der belastende Gedanke aufgeschrieben und an einem Ort (Stallspind, Auto, Hänger..) platziert. Nach der Arbeit mit dem Pferd ist es wichtig, den Zettel und damit auch den Gedanken wieder „abzuholen“ und sich mit dem Problem zu beschäftigen und Lösungen zu finden. Alle diese Übungen dienen dazu, negative Emotionen und Störfaktoren zu beseitigen. Gut gelaunt, konzentriert und fokussiert, strahlt unser Körper Sicherheit und Führungsqualitäten aus, so dass sich das Pferd sicher bei der gemeinsamen Arbeit fühlen kann. ticle>

  

 

 

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Schlagwörter: Mentaltraining Mensch-Pferd Beziehung Kommunikation

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