Zurück zur Übersicht
Rubrik:
Ausbildungsserien und Praxisbeispiele


Vier Eigenschaften, die dich zu einem erfolgreicheren Reiter werden lassen

Was macht einen erfolgreichen Reiter aus?

Veröffentlicht am 24.07.2018 / Zuletzt aktualisiert am 24.07.2018

Die Turniersaison ist im vollem Gange, das Jahr schon zur Hälfte um. Zeit um inne zu halten und den Status quo zu checken.

Mit welchen Zielen, Wünschen und Träumen bist du in das Jahr 2018 gestartet? Wie sahen deine Ziele aus? Wie deine Trainingspläne? Hast du dein Augenmerk auf das Training und die Performance deines Pferdes gelegt? Was ist mit der Weiterentwicklung deiner Kompetenzen und Fähigkeiten?

Hast du deine (Teil-)Ziele erreicht? Wo stehst du heute? Stimmt dein Konzept, deine Ausrichtung des Trainings noch? Braucht es Kurskorrekturen? Wirst du an deinem Ziel ankommen? Was kann dir dabei verhelfen? Wo musst du neue Impulse setzen? Wer kann dir helfen?

  Alle diese Überlegungen sind wichtig und richtig. Aber zum Erfolg gehört noch mehr als die richtige Fütterung, das richtige Training und das beste Equipment. In diesem Artikel erkläre ich dir die vier wichtigsten Eigenschaften, die du brauchst, um wirklich erfolgreich zu sein.

 

1. Erfolgreiche Reiter setzen einen klaren Fokus

Die Eigenschaft, sich wirklich voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren, ist eine der wichtigsten Fähigkeiten im (Reit-)Sport. Viele Kunden kommen zu mir und berichten von Ablenkungen durch Zuschauer, Kollegen, Eltern, Trainern und Richtern. Wenn deine Konzentration im Außen ist, kannst du dich nicht zu 100% auf dein Pferd und die bevorstehende Aufgabe fokussieren. Pferde nehmen diesen Mangel an Konzentration wahr und reagieren darauf. Ein Patzer beim fliegenden Wechsel, unkorrekte oder schlampige Lektionen und Bahnfiguren, unpassende Distanz zum Sprung, schlechte Wegführung im Parcours.

Übung: Den Fokus setzen und behalten. Wähle im Alltag eine Sache oder Aufgabe und versuche dich so lange wie möglich auf diese zu konzentrieren. Gar nicht so einfach, oder? je häufiger du diese Übungen machst, desto besser klappt es. Lustig sind auch die Übungen aus der Kinderzeit wie z.B. Kabelsalat oder „Wer angelt was“? Diese Übungen findest du im Internet.

2. Erfolgreiche Reiter sind im Hier und Jetzt -bleiben in der Gegenwart

Eine der häufigsten Themen meiner Kunden ist das Folgende: „Nach dem ersten Fehler im Parcours oder im Viereck geht nichts mehr. Dann mache ich einen Fehler nach dem anderen!“ Ursache hierfür ist die sogenannte „analytische Lähmung“. Die Reiter sind nach einem Fehler mit der Analyse oder einer Vermeidungsstrategie beschäftigt. Ihr Fokus liegt in der Vergangenheit. Dies führt zu einem Konzentrationsverlust und Unklarheit in der Hilfengebung - Folgefehler entstehen. Erfolgreiche Reiter sind in der Lage, sich auf die nächste Aufgabe (Lektion oder Sprung) zu konzentrieren und zu fokussieren. Fehleranalysen sind richtig und wichtig, aber bitte erst im Anschluss an die Prüfung.

Übung: Trainiere schon in der Vorbereitung den Fokus deiner Gedanken zu steuern. Lerne nach Fehlern schnell die Konzentration auf die nächste Aufgabe zu lenken. Mache es dir zu Gewohnheit, im Anschluss der Trainingseinheit oder Wettkampf Fehler zu analysieren und sie als Quelle zur Weiterentwicklung zu nutzen.

3. Erfolgreiche Reiter führen positive Selbstgespräche und vertrauen sich und ihrem Können

Wie sehen deine Selbstgespräche aus? Wertschätzend, ermutigend, unterstützend? Oder liegt der Fokus eher auf den Fehlern und Schwächen?

Du musst wissen, dass jeder Gedanke, jedes Gespräch zu einer biochemischen Reaktion im Körper führt. Diese Reaktion hat Auswirkung auf die Körpersprache und die Körperhaltung. Diese wird von dem Pferd sehr genau wahrgenommen und das Pferd reagiert darauf. Warum sollte ein Pferd dem Reiter vertrauen und ihn über einen hohen Sprung bringen, wenn dieser sich noch nicht einmal selber vertraut und an sich glaubt?

Übung: Achte auf deine Selbstgespräche. Sag dir täglich etwas Nettes, etwas, auf das du stolz bist! Welchen gemeinsamen Weg mit deinem Pferd hast du schon bewältigt? Wo lagen Schwierigkeiten in der Vergangenheit? Wie habt ihr sie gemeistert? Um sich in gute Stimmung zu versetzen hilft auch das Lächeln (min2 Min lang). Selbst wenn dir nicht danach zu mute ist, führt das (das echte und das unechte) Lächeln zu einer biochemischen Reaktion im Körper, die die Stimmung und das Selbstvertrauen hebt.

4. Erfolgreiche Reiter sind nicht neidisch auf ihre Konkurrenten

Jeder Reiter und jedes Pferd ist anders. Jedes Pferd-Reiter-Paar stellt also eine Kombination aus unterschiedlichen Eigenschaften, Erfahrungen, Talenten und Fähigkeiten dar. Wie soll man diese Paare miteinander vergleichen können?

Jeder Wettkampfteilnehmer hat unterschiedliche Trainingsbedingungen, Ressourcen, Zeitvorgaben und finanzielle und persönliche Unterstützung. Wenn du dir das bewusst machst, kannst du dich auf deinen Weg und den eigenen Erfolg konzentrieren und musst nicht neidvoll auf Mitreiter schauen. „Erfolg ist das erreichen seiner Ziele“ Und daran solltest du arbeiten…

Übung: Setze dir für jede Trainingseinheit und jeden Wettkampfstart dein persönliches Ziel. Und sei es noch so klein und unscheinbar! Mit kleinen, konsequenten Schritten kommt man auch ans Ziel!! Mit diesen vier Eigenschaften kannst du deine Einstellung und deinen Mindset auf Richtung Erfolg programmieren.

 

Diese Strategien sind aber nicht nur für Turnierreiter hilfreich, auch Freizeitreiter kennen die angesprochenen Probleme und können von den Mental-Tipps zu mehr Erfolg, Spaß, Harmonie und einer vertrauensvolleren Beziehung zu ihrem Pferd kommen.

Lass dich auf diesem Weg von mir unterstützen: Dr. Birgit Harenberg, Expertin für mentale Stärke im Reitsport www.ridersmind.de

Foto: privat

Verwandte Produkte

Diesen Beitrag teilen auf...

Kommentare

comments powered by Disqus