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Homöopathie Stallapotheke



Die homöopathische Notfallapotheke

Tierheilpraktikerin Susanne Kleemann erklärt über den Einsatz von Globuli beim Pferd.

Veröffentlicht am 20.06.2018 / Zuletzt aktualisiert am 26.06.2018

Ich empfehle alle Mittel in der Potenz C30, die oberhalb der D7 liegt und damit ADMR konform ist. Folgende Arzneien sollten verfügbar sein - die Kolik eines Pferdes im Urlaub konnte in Abwesenheit eines Tierarztes nur erfolgreich homöopathisch behandelt werden, weil die Besitzer gut vorbereitet waren und eine gut ausgestattete Notfallapotheke dabei hatten!

Globuli C30

Aconitum (Eisenhut) – Panik, Schock nach Unfall, plötzliches hohes Fieber nach kaltem Wind

Apis (Honigbiene) – Insektenstiche insbesondere Bienenstiche

Arnica (Bergwohlverleih) – Verletzungen, Prellungen, stumpfe Traumata, Folgen von Überanstrengung und Schock

Arsen (weißes Arsenic) - Gastroenteritis, Vergiftungen, Verbrennungen

Belladonna (Tollkirsche) – Sonnenstich, mit Blutandrang einhergehende Fieberzustände, Kolik

Hypericum (Johanniskraut) – sehr schmerzhafte Verletzungen in nervenreichem Gewebe

Ledum (wilder Rosmarin) – Insektenstiche die sich kalt anfühlen (Apis ist heiß), Stichverletzungen, Nageltritt

Nux vomica (Brechnuß) – Vergiftung, Magen-, Darmerkrankungen, Kolik

Rhus toxicodendron (Giftsunmach) – Verstauchungen und Zerrungen, Sehnenverletzungen, Folgen von Überanstrengung, Bewegung bessert!

Ruta (Weinrute) – Schlagverletzungen, Verletzungen der Knochenhaut, Fesselträgerverletzungen

Äußerliche Anwendung

Calendula Urtinktur (Ringelblume) in Wasser gelöst – äußerliche Anwendung bei Wunden, desinfizierend und heilungsfördernd

Euphrasia Tee (Augentrost) – tränende, entzündete Augen

Do´s and dont´s

Grundsätzlich möchte ich noch erwähnen, dass in der Homöopathie nicht die Vielzahl der verabreichten Globuli und die Häufigkeit der Gabe zum Erfolg führt.

Im Gegenteil – viel hilft nicht viel! In meiner homöopathischen Praxis behandele ich nach den Grundsätzen der klassischen Homöopathie und bei meiner Dosierung halte ich mich an den Grundsatz von Hahnemann: „So viel wie nötig und so wenig wie möglich“! Die homöopathische Arznei ist in angemessener Stärke zur Schwere der Erkrankung und der Reaktion des Patienten auszuwählen. Grundsätzlich bestimmt der Verlauf der Erkrankung und damit der einzelne Patient über Art und Umfang der Dosierung.

Noch ein paar Worte zu Komplexmitteln

Komplexmittel sind gekennzeichnet durch die Zusammensetzung von mehreren verschiedenen potenzierten Einzelmitteln. Die Verordnung erfolgt in der Regel aufgrund der Diagnose einer bestimmten Erkrankung – also auf rein klinischen Ebene, ohne den Patienten in seiner Gesamtheit und Individualität zu betrachten. Ich möchte zu bedenken geben, dass jede einzelne Arznei ein großes Wirkspektrum beinhaltet und eine Spur beim Patienten hinterlässt. Mehr noch, die Mittel können sich gegenseitig antidotieren, verstärken oder sogar einen feindlichen Bezug zueinander haben. Die Wirkung von Komplexmitteln ist in jedem Fall unspezifisch, vergleichbar mit einer Schrotflinte und die Fallbeurteilung danach, welches einzelne Mittel welche Reaktion beim Patienten ausgelöst hat und die Beurteilung, welche weitere Vorgehensweise der Behandlung sinnvoll ist, erschwert. 

Weitere Informationen unter: www.kleemann-tierheilpraxis.de ; Foto: Susanne Kleemann privat

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Schlagwörter: Homöopathie Stallapotheke

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Expertenteam

Ralf Döringshoff
  • Besamungstechniker für Pferde
  • Pferdewirtschaftsmeister Zucht+Haltung
  • Trainer Leistungssport (mit Lütke-Westhues-Auszeichnung)
  • Osteopath und Physiotherapeut f. Pferde n. Welter-Böller
Dr. Kathrin Irgang
  • Veterinärmedizin
  • Ernährungsberatung Kleintiere
  • Führt eine Ernährungsberatungspraxis für Pferde, Hunde und Katzen